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Das ist eine gute Frage! Und warum etwas neu texten, was schon so perfekt passend im ersten Beitrag vom 22. November 2020 stand und noch steht. Aber lies selbst...

Nun ist es tatsächlich soweit. Kein Tusch, kein Champagner, sondern vielmehr stille Freude, die mich jetzt beim Schreiben dieser Zeilen erfüllt.

Am Anfang...

Ein Gedanke, der nach vielen Jahren im gedanklichen Keller schlummerte und nun zwar nicht das Licht der Welt erblickt (hat er schon lange), jedoch gut gerüstet und genährt nach oben auf die Veranda klettert, um noch etwas schüchtern, Hallo zu sagen. Hallo, hier bin ich.

Zeitgeist

In einer Zeit, die durch Lautstärke, Polarisierung, Trennung, Schneller-Höher-Weiter, Leistung, Effizienz und den Verlust des menschlichen Maßes gekennzeichnet ist. In einer Zeit, die Perfektion verlangt, Besinnung fordert, aber Analytik, Mindset, Konzepte, Hacks und Methoden fördert.

In einer Zeit, in der viele Menschen so etwas wie Halt und Orientierung im Außen, bei Meinungen, Medien, Gurus und anderen suchen, sie aber vergessen haben, dass der bessere und belastbarere Blick der ist, der insbesondere nach Innen geht. Ein Blick, der mit der Fähigkeit ausgestattet ist, den eigenen Fokus und die eigene Perspektive zu verändern.

Gerade andere Perspektiven, Sicht- und Denkweisen sowie ein offener Geist sind eine wichtige Voraussetzung für inneren Halt, inneren Frieden, Toleranz, Gleichmut, Akzeptanz und die Erinnerung an Gemeinsamkeiten, das Gemeinsame, das Verbindende, den Respekt. Das schließt ausdrücklich die Natur, die Umwelt und das, was viele als „Unbelebt“ ansehen, mit ein.

Wissen und Lernen

Die bestehenden Denkweisen und Einstellungen sind dagegen eher dazu geeignet das Trennende zu betonen, das materielle Wachstum vor alles andere zu stellen, Erfolg genau damit zu definieren und lebenslanges Lernen ausschließlich als die Anhäufung von mehr oder weniger nützlichem Wissen zu sehen.

Wie soll das auch anders gehen in einer Welt (zumindest in der sogenannten westlichen Welt und jener nördlich des Äquators), in der Wettbewerb, die persönliche und wirtschaftliche Entwicklung nur eine Richtung zu kennen scheinen - und nur eine Geschwindigkeitsstufe: Nach vorne und Vollgas? Nun ist es das offensichtliche System.

No Change...

Dieses System, dessen Bestandteil wir sind, ob wir wollen oder nicht, ob wir das System gut finden oder nicht, scheint Bewertungskriterien entwickelt zu haben, die uns helfen unseren Wert und unsere Stellung in Bezug auf andere einzuordnen. Dieses System begünstigt Denk- und Verhaltensweisen, die irgendwie aus der Zeit der Industrialisierung und dem Aufkommen der Universitäten stammen: Alles ist mess- und planbar, nichts existiert oder ist glaubwürdig, was die Wissenschaft nicht belegt hat. Die Bildung fördert die Ausbildung der Kapazitäten der linken Gehirnhälfte zu Lasten „alter“ Themen und Disziplinen, wie Kunst, Kultur, Musik, kritischen und eigenverantwortlichen Denkens.

Decision Fatigue

Hinzu kommt, dass die unüberschaubare Vielzahl der Möglichkeiten (die man mindestens mit der Anzahl der zu verfügbaren Meinungen multiplizieren muss) es uns nicht gerade einfach machen eine Entscheidung zu treffen. Entscheidungen zu treffen ist eben irgendwie riskant.

Und da viele von uns verlernt haben sich selbst zu vertrauen oder auf ihren Bauch, ihr Herz oder so etwas wie Intuition zu hören, suchen sie nach Hinweisen da draußen in der Welt, was sie denn gut finden sollen und was sie tun müssen. Das kann funktionieren, muss aber nicht.

Denn selbst die sogenannten Experten, Gurus, Professoren, Religionen sind nicht so unabhängig, integer und tolerant, wie es aus meiner Sicht wünschenswert wäre, um eine Leitplanke, eine Richtung vorzugeben, die nicht zu Trennung oder Konflikten oder Angriffen anders Denkender führen würde.

Mache es wie ich!

So sind Gebilde oder Systeme, Glaubensrichtungen, Vereine oder was auch immer: Bist Du drin, gehörst Du zu den Guten. Bist Du nicht drin, bist Du dagegen. Und das ist nicht gut. Zu manchen wollen wir gehören und stellen dann fest, dass jede Zugehörigkeit im Wesentlichen dazu dient das System, die Gruppe, den Club zu stützen und zu stabilisieren. Konsquenterweise führt das zu einer Rigidität, zu einem „Mache es wie wir!“, weiter wie bisher und damit eben zu keiner wirklich wesentlichen Veränderung.

Am Anfang (2)...

Vor einigen Jahren (ich weiß tatsächlich gar nicht mehr, wann genau es war) formte sich ein gedankliches Gebilde. Ich war gerade dabei einen Artikel zu schreiben, dachte intensiv nach und guckte wohl in die Luft.

  • Was wäre passiert, wenn ich als Schüler oder Student schon das gewusst hätte, was ich jetzt weiß? Nicht all die Modelle, Formeln, Prozesse etc. aus dem BWL-Studium oder aus der späteren Berufspraxis, sondern das, was mich das Leben, andere Menschen und Erfahrungen lehrten, die eben nichts mit der klassischen Lehre und Ausbildung zu tun hatten.
  • Muss alles berechenbar, mechanistisch und richtig oder falsch sein? Gibt es nicht auch andere Perspektiven, Fragen, Ansichten, Ziele, Prinzipien? Und wessen Meinungen, Ziele, Prinzipien, Glaubenssätze sind das nach und mit denen ich lebe, wenn nicht meine?
  • Hatten die „großen“ Dichter, Denker, Erfinder, Entdecker, Künstler diese großartigen Stücke geschaffen, Entdeckungen und Erfindungen gemacht, wenn sie sich ausschließlich an irgendwen anderes gehängt hätten? Wie großartig und erfüllend ist es, wenn wir etwas selbst, etwas Eigenes schaffen, etwas, was sprichwörtlich handgemacht und auf dem eigenen Mist gewachsen ist?
  • Kann es sein, dass wir durchaus mit erstaunlichen Talenten und Potenzialen ausgestattet worden sind, das Spektrum aber im Laufe der Sozialisierung, Bildung und „Persönlichkeitsentwicklung“ zugunsten einer intellektuellen und gestalterisch-schöpferischen Monokultur aufgegeben haben?

 

Guter Wein in guten Schläuchen!

Die Assoziation führte mich zu dem Sprichwort „Eigener Herd ist Goldes wert“. In Verbindung mit dem Ausspruch des einen oder anderen Wegbegleiters, der mich als Eigenbrötler bezeichnete (übrigens ein Kompliment, weil jemand als Eigenbrötler eine ganze Menge von sich und für sich weiß und tendenziell der McGyver unter den Serienstars ist) entstand der Arbeitstitel Eygenbrodt & Goldeswerth.

Die „altertümliche“ Schreibweise ist quasi eine Reminiszenz an die Antike (dort die Philosophen) und das Mittelalter (dort die Mystiker). Der Begriff Akademie stammt in meiner Begriffswelt ebenfalls aus der Antike, weil er dort noch nicht so verhunzt, entstellt und stereotyp verwendet wurde. Es ist weniger ein Ort als vielmehr eine Gesellschaft, ein gedankliches Gebäude, eine „freie Vereinigung von Gelehrten, Denkern und Schöngeistern“.

Und so erschließt sich auch die vollständige Bezeichnung: Eygenbrodt & Goldeswerth - Akademie für selbstbestimmtes Denken und Handeln. Der Zusatz i.W. deutet übrigens darauf hin, dass wir im Werden sind - der Einzige ist manchmal nur der Erste.

Absicht und Entschlossenheit

In diesem Sinne gehe ich heute leise ans Netz und werde zunächst in loser und leiser Folge im Sinne E.F. Schumachers „Small but beautiful“ (interdisziplinarische und bereichernde) Denkanreger, Impulse, Ideen und Denkmodelle mit Euch / Ihnen teilen - auf dass sie zu denen gelangen, die dafür offen sind und in einer wesentlichen Hinsicht mehr wollen: Selbst Denken und die Verantwortung für das eigene Tun (und Nichttun) übernehmen. Das wäre außerordentlich schön!