Es gibt Unternehmen, die Bäume dort pflanzen (gute Sache!), wo andere sie zuvor abgeholzt haben und sich wenig bis gar nicht um die Konsequenzen kümmern (keine gute Sache!). Es gibt Unternehmen, die Gebrauchs- und Modeartikel aus Plastikabfällen herstellen, die zuvor aus den Weltmeeren gefischt worden sind. Es gibt Manager, die Unternehmen retten, die zuvor in Schieflage geraten sind. Es gibt Mediziner und Therapeuten, die Menschen wieder gesund und ganz machen. Es gibt viele Retter und Helden, es gibt barmherzige Menschen. Viele tun Gutes. Und es gibt viel Gutes zu tun.

(Wenig) Aufmerksamkeit

Allein scheinen zunächst diejenigen Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen, die etwas retten / in Ordnung bringen, dass jemand anderes irgendwie in den Graben gefahren hat. Unter diesen gibt es die eher Stillen, die Gutes tun und wenig darüber reden. Menschen und Unternehmen, die weniger sich selbst ins Licht und aufs Sprecherpodest stellen. Und es gibt wahrscheinlich auch andere, denen das Retter- und Heldenkostüm wunderbar in die Marketingstrategie passt.

Kurieren am Symptom

So oder so: Es wird am Symptom kuriert. Tue Gutes kann auch bedeuten, dass weniger (Plastik-) Müll produziert, exportiert und verklappt wird (ok, dann gäbe es keine Turnschuhe als Plastikmüll). Es kann bedeuten, dass einfach weniger Ressourcen verwendet werden und wir als Verbraucher (welch ein fürchterliches Wort!) mal intensiver darüber nachdenken, wo das Zeug herkommt, was wir ge- und verbrauchen. Und wo der Rest hingeht. Und es kann bedeuten, dass man einfach einen guten Job macht als Unternehmen statt Probleme zu externalisieren. Es kann auch bedeuten selbst etwas für die körperliche und geistige Gesundheit zu tun. Und wenn wir dann Gutes tun, sollten wir auch darüber reden. Das könnte ja Nachahmer anziehen...

Langweilig!

Nun ist es aber so, dass die ganze Sache dann eines wäre - um mit Homer Simpson zu sprechen: Laaaangweilig! Sehr langweilig. Und anstrengend. Man müsste sich im Vorfeld (selbst) Gedanken machen, Verantwortung übernehmen, hätte dafür die Arbeit (die ein guter Job und verantwortungsvolles Handeln halt so machen), leider weniger „Attention“ und keine Heldenverehrung (oder eben weniger davon). Kurz gesagt: Viel Preis, wenig Ehr (in Abwandlung eines bekannten Ausspruchs).

Das ist etwas für Menschen und Organisationen, die auch ohne ihre tägliche Dosis an (Eigen-) PR gut klarkommen.

Und jetzt?

Aber hey, wäre das nicht eine feine Sache an der Ursache zu arbeiten, statt Symptome zu kurieren, die vermeidbar sind?

 

 

Am Rande - aber sehr bemerkenswert:
Mehr zur Externalisierung und den Folgen bei Stephan Lessenich, „Neben uns die Sintflut“.
Wer Bäume pflanzen als Mission hat und einen richtig guten Job macht ist die Suchmaschine Ecosia.